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Ein Artikel vom Februar 2003, die Entwicklung läuft aber jetzt genau so

Trike-Hersteller suchen neue Wege

Jährlich gibt es in der Schweiz zwischen sechzig und hundert Neuzulassungen von Trikes, genau genommen von dreirädrigen Motorfahrzeugen der Kategorie 67. Bisher waren die allermeisten mit einem VW-Käfer-Boxermotor und einer VW-Hinterachse ausgerüstet. Aus fabrikationstechnischen und umweltbedingten Gründen geht diese Aera jetzt schnell zu Ende.

Käfermotor wird abgelöst
Alfa oder Porsche, luftgekühlter V2 oder wassergekühlter V8, alles wird weiterhin in Trikes eingebaut - auch VW Käfer-Motoren. Bei neuen Trikes wird aber die grosse Verbreitung der Käfer-Motoren in den nächsten Jahren stark zurückgehen. Bei meinem Fachlehrer hatten diese Motoren schon in meiner Ausbildungzeit vor 40 Jahren technisch ein etwas antiquiertes Image. Aus verschiedenen Gründen ist heute Schluss mit diesem Motor, in Mexiko werden neue Motoren dieser Generation noch ein, höchstens zwei Jahre hergestellt. Generalüberholte Motoren werden immer teurer, und werden für Neuzulassungen in wenigen Jahren die Abgasvorschriften kaum mehr erfüllen.

Eigentlich schade, nach einem Wechsel des Kondensers, einer bis zwei Kerzen und einer dreimaligen gründlichen Reinigung sämtlicher Vergaserdüsen laufen die Dinger doch ganz ordentlich. Und das VW Motorengeräusch, das mag man oder mag man einfach nicht. Auch bei den mexikanischen Einspritzmotoren sind mir schon einige bekannt, bei denen die Stössel absolut ruhig laufen, sicher jedenfalls bis zum nächsten Oelwechsel. Die Leistung dieser Motoren genügt den meisten Ansprüchen, und der hohe Benzinverbrauch stört auch nur wenige.

Neue Motoren...
Fieberhaft sind alle Hersteller auf der Suche nach Alternativen. Nicht nur die Firma Triketec, auch die Firmen Mikado, WG und Easy haben mit dem Antrieb von Smart von Mercedes konstruiert. Die von Easy aufgekaufte Firma Startrike (der einzige französische Hersteller, alle andern sind in Deutschland) verbaute einen Renaultmotor, Boom einen Peugeot, A&M schon längere Zeit seinen VW Golf und Rewaco den VW Polo. Bis vor etwa fünf Jahren brauchten wir in der Schweiz für Trikes die FAV1, die weltweit strengsten Abgasvorschriften. In der Schweiz bestückte daher Boom seine Trikes mit Motoren von Ford und Rewaco mit solchen von Fiat. Wer schlussendlich den grossen Marktauftritt hat, können wir noch nicht wissen.

...und neue Getriebe
Nebst dem Motor gibt es noch ein weiteres, wahrscheinlich sogar grösseres Problem, das Getriebe und die ganze Aufhängung. Auch für die Zeit der VW-Käfer-Getriebe ist langsam abgelaufen. Schräglenkergetriebe werden schon lange keine mehr produziert, aber auch für die Pendelachsen wird die Fabrikation in Mexiko eingestellt. Für alle Reihenmotoren war das Käfergetriebe noch nie eine glückliche Lösung. Der Ueberhang hinten ging immer etwas auf Kosten der Bodenhaftung vorn und damit der Fahrsicherheit. Mit klobigen Gewichten musste das in der Schweiz ausgeglichen werden. Meist wurden diese nach der amtlichen Prüfung wieder abmontiert, weil sie die Fahreigenschaften schlecht beeinflussten.

Alternativen sind gefragt
Triketec hat es auf die Schiene gebracht, die Produktion mit Smart läuft. Wenige Hersteller werden voraussichtlich dort auch noch aufspringen. Aber die andern noch verbliebenen Hersteller brauchen sehr bald eine Alternative. Technisch sind alle möglichen Motoren nicht nur gut, sondern sehr gut. Der eine lässt sich etwas besser einbauen, der andere etwas besser kühlen. Aber eingebaut wird derjenige, der (zu einem anständigen Preis) zu kaufen ist. Und das könnte Peugeot sein.

Eine Chance für die Szene
Auch in fünf oder zehn Jahren werden die Triker eine kleine Gruppe im Strassenverkehr sein. Etwas familiär wird es bleiben, man wird einander helfen und miteinander streiten. Und das Helfen in der Szene und das Reparieren in den Werkstätten bleibt sehr viel einfacher, wenn nicht jeder Hersteller einen andern Motor einbaut. Wenn diese einander abkupfern, kann das den Trikekunden nur recht sein. Und bei den Mexikomotoren haben wir gelernt, dass eine ganz einfache Elektronik für den Einsatz im Trike genügt. Die müsste einer der Hersteller noch entwickeln (lassen) und den andern auf dem Markt anbieten.

Bleibt die Frage nach dem Getriebe
Triketec hat mit dem Antrieb von Smart zur Zeit die Nase bestimmt ganz vorn. Eine gut funktionierende Vollautomatik braucht viel Entwicklungsarbeit. Für den Einsatz in der Vermietung oder als Fahrzeug für Behinderte ist die Automatik unbestritten ein Vorteil. Es wird aber auch andere gute Lösungen geben, möglich ist Tiptronic oder ein Planetengetriebe. Es darf mit grossem Interesse gewartet werden, was uns der Markt bringen wird.

4. Februar 2003
Jörg Guggenbühl, Algetshausen, info@trike.ch